Die Diskussion über Felder in Wohnräumen verläuft meist zwischen zwei Polen: völlige Sorglosigkeit auf der einen, weitreichende Befürchtungen auf der anderen Seite. Dazwischen liegt ein sachlicher Bereich, in dem sich beschreiben lässt, was entsteht, was messbar ist und was sich mit einfachen Mitteln verringern lässt.
Zwei Arten von Feldern
Niederfrequente Felder entstehen dort, wo Strom mit Netzfrequenz fließt: in der Hausinstallation, in Verteilern, in Motoren und Netzteilen. Hochfrequente Felder entstehen bei der Funkübertragung, also bei Mobilfunk, drahtlosen Netzwerken und Schnurlostelefonen.
Beide werden umgangssprachlich zusammengefasst, verhalten sich aber unterschiedlich und werden getrennt gemessen. Wer Maßnahmen ergreifen will, sollte deshalb zuerst wissen, worum es im konkreten Fall geht.
Wie Grenzwerte zustande kommen
Die geltenden Grenzwerte beruhen auf nachgewiesenen Wirkungen: Bei hochfrequenten Feldern ist das im Wesentlichen die Erwärmung von Gewebe, bei niederfrequenten die Reizwirkung auf Nerven und Muskeln. Zu diesen Schwellen werden Sicherheitsfaktoren addiert.
Ob unterhalb dieser Werte weitere Wirkungen bestehen, wird erforscht und ist nicht abschließend geklärt. Die zuständigen Stellen bewerten die vorliegende Studienlage regelmäßig neu.
Abstand ist die wirksamste Maßnahme
Feldstärken nehmen mit der Entfernung rasch ab. Ein Gerät, das einen halben Meter weiter steht, trägt deutlich weniger bei als dasselbe Gerät direkt am Kopfende des Betts. Das gilt für Netzteile und Verteilerleisten ebenso wie für Funkgeräte.
Deshalb ist das Umstellen von Geräten die einfachste und billigste Maßnahme überhaupt, und sie erfordert keine Abschirmung. Weitere praktische Schritte beschreibt eine Anleitung dazu, wie sich Elektrosmog in der Wohnung reduzieren lässt.
Was im Schlafbereich sinnvoll ist
Der Schlafplatz ist der Ort mit der längsten Aufenthaltsdauer, weshalb Maßnahmen dort am meisten bewirken. Praktisch sind: Netzteile und Mehrfachsteckdosen aus dem Kopfbereich entfernen, das Schnurlostelefon nicht neben dem Bett aufstellen, das Mobiltelefon nicht als Wecker direkt am Kopf verwenden.
Wer weiter gehen möchte, kann die Funkfunktion des Routers nachts abschalten, was bei vielen Geräten über eine Zeitschaltung möglich ist. Wer den Schlafplatz bei dieser Gelegenheit ohnehin neu einrichtet, findet in den Feng-Shui-Tipps zur Einrichtung weitere Anregungen.
Messen statt vermuten
Einfache Messgeräte zeigen Größenordnungen und helfen dabei, Quellen zu finden. Ihre Anzeige ist allerdings von Ausrichtung und Frequenzbereich abhängig, weshalb Werte aus Heimmessungen nicht mit Grenzwerten verglichen werden sollten.
Für belastbare Aussagen gibt es baubiologische Messungen nach standardisierten Verfahren. Sie sind aufwendiger und liefern nachvollziehbare Protokolle.
Wo Abschirmung an Grenzen stößt
Abschirmende Materialien wirken nur, wenn sie vollständig und fachgerecht ausgeführt sind. Eine einzelne Fläche verschiebt das Feldbild, statt es zu senken, und falsch geerdete Materialien können niederfrequente Felder sogar verstärken.
Aus demselben Grund ist von Produkten ohne nachvollziehbare Wirkungsangabe abzuraten. Wo keine Messgröße genannt wird, lässt sich auch keine Wirkung prüfen.
Eine nüchterne Einordnung
Was am meisten bringt, ist unspektakulär. Abstand halten, unnötige Geräte abschalten, Kabel statt Funk, wo es ohne Aufwand möglich ist. Sie kosten nichts und senken die Belastung messbar.
Wer gesundheitliche Beschwerden hat, sollte sie unabhängig davon ärztlich abklären lassen, weil eine Zuordnung zu Feldern ohne Untersuchung nicht möglich ist.
Hilfreich ist schließlich, Veränderungen einzeln vorzunehmen. Wer gleichzeitig Geräte umstellt, den Router abschaltet und das Bett verrückt, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat. Eine Maßnahme über zwei Wochen beobachten, dann die nächste.
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich niederfrequente und hochfrequente Felder?
Niederfrequente entstehen an stromführenden Leitungen und Geräten, hochfrequente bei Funkübertragungen. Sie werden getrennt gemessen und verhalten sich unterschiedlich.
Was ist die wirksamste Maßnahme in der Wohnung?
Abstand. Feldstärken nehmen mit der Entfernung rasch ab, weshalb das Umstellen von Netzteilen, Steckdosenleisten und Funkgeräten im Schlafbereich am meisten bewirkt.
Taugen einfache Messgeräte für den Hausgebrauch?
Zum Auffinden von Quellen ja. Für Vergleiche mit Grenzwerten nicht, weil die Anzeige von Ausrichtung und Frequenzbereich abhängt. Dafür gibt es standardisierte Messverfahren.